Characeen sind mehrzellige Makroalgen, die oft in klaren, nährstoffarmen Gewässern wie Seen, Teichen, Moortümpeln oder langsam fließenden Flüssen anzutreffen sind. Sie bilden dichte, grüne Teppiche am Gewässergrund, die eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Ihre vielgliedrigen, armleuchterartigen Strukturen, die ihnen ihren deutschen Namen verleihen, sind leicht zu erkennen.

Characeen sind wahre Ökosystem-Ingenieure: Sie tragen zur Verbesserung der Wasserqualität bei, indem sie Nährstoffe aufnehmen und Sauerstoff produzieren. Gleichzeitig bieten sie Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl von Wasserlebewesen. Ihre Fähigkeit, Sedimente zu stabilisieren und dadurch beispielsweise Algenblüten in Schach zu halten, macht sie besonders wertvoll für das ökologische Gleichgewicht.

Leider sind Characeen in vielen Regionen gefährdet. Die Überdüngung von Gewässern (Eutrophierung), Lebensraumzerstörung und invasive Arten setzen ihnen zu. Die meisten Arten in der Schweiz stehen bereits auf der Roten Liste. Der Schutz ihrer Lebensräume und eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung sind entscheidend, um diese faszinierende Artengruppe zu bewahren.

Characeen sind nicht nur ökologisch bedeutsam, sondern auch ein Beispiel für die Schönheit und Komplexität der Natur. Wer sie einmal bewusst beobachtet hat, wird die zarten Armleuchterstrukturen nie wieder vergessen.

PEAK-Vertiefungskurs
Im März 2025 hat die Eawag einen Kurs zum Thema «Characeen – Schutz und Förderung einer unbekannteren Artengruppe» im Angebot, welcher durch uns/Matthias Sturzenegger und Adrian Möhl geleitet wird. Dieser Kurs soll einen vertieften Einblick in die aktuelle Forschung zu Taxonomie und Autökologie einzelner Arten bieten, Möglichkeiten aufzeigen, wie die Artengruppe gefördert werden kann und anhand von Praxisbeispielen Einblick in die Chancen und Herausforderungen einer spezifischen Artförderung bieten. Die aktuelle Überarbeitung der Roten Liste der Characeen ist ebenso Bestandteil des Kurses wie der Beitrag von verschiedenen Steakholdern zu Schutz und Förderung der Armleuchteralgen. Neben der fachlichen Weiterbildung steht zudem die Vernetzung der Akteure im Vordergrund.










